Regionalität ist wieder sexy! – Der Wandel des Tourismus

Der Tourismus hat 2020 einen riesigen Wandel durchlebt. Bis Anfang des Jahres galt noch die Devise: Je weiter und exotischer, desto besser. Das hat dazu geführt, dass die Österreicher in Thailand, Bali, oder Peru auf Abenteuerreise gegangen sind, oder den entspannten Urlaub am Strand nicht an einem heimischen See, sondern nur tausende Kilometer weit entfernt in der Dominikanischen Republik genießen wollten.

Andererseits hatte man in Österreich viel zu tun dank Touristen aus Fernost, Russland, Nordamerika und zahlreichen anderen Regionen. Die Globalisierung war im Tourismusbereich perfekt angekommen dank offener Grenzen und günstigen Flugpreisen, was zu einem florierenden Geschäft beigetragen hat.

Neue Zeiten, neue Regeln

Nun hat sich binnen weniger Wochen die gesamte Welt geändert, und alles, was wir über Tourismus in den letzten Jahrzehnten gelernt haben, wurde umgekrempelt.

Zuerst waren viele Urlauber zerknirscht, dass es nicht erneut an den Strand geht oder das nächste exotische Land erkundet werden kann. Und die Tourismusbranche war verzweifelt, weil die Gäste aus aller Welt nicht mehr in das Land können.

Doch jede Veränderung birgt auch Chancen, und die Chancen ergeben sich nun durch ein generelles Umdenken in der Bevölkerung:

Änderung 1: Zu Lande, zu Wasser, aber nicht mehr in der Luft

In den Medien werden Flüge immer mehr als negativ und unverantwortlich präsentiert, wodurch Fernreisen immer unattraktiver werden.

Dadurch ergibt sich eine Neuorientierung auf nahegelegene Ziele, welche binnen weniger Stunden mittels Zug oder Auto erreichbar sind. Dadurch findet ein Umdenken statt, und es wird wieder der Fokus auf die Schönheit der regionalen Ziele gesetzt.

Änderung 2: Freie Grenzen sind kein Grundrecht mehr

Die Bevölkerung Europas hatte sich daran gewöhnt, dass freie Grenzen beinahe überall existieren – mit seltenen Ausnahmen. Auch Urlaubsvisas waren für Europäer in den meisten Ländern passé, man konnte einfach in jedem Land weltweit landen und meist für bis zu 90 Tage den Aufenthalt genießen.

Dadurch hatte sich der Irrglaube eingebürgert, dass offene Grenzen schon zum Grundrecht zählen, was sich nie mehr ändern könne.

Nun ist aber klar geworden, dass man im Urlaub auch schnell feststecken kann, weil die Grenzen zugemacht werden, daher bleiben immer mehr Menschen lieber im eigenen Land oder maximal in Nachbarländern, zu denen man das Vertrauen hat.

Änderung 3: Die Schönheit der Heimat wird wieder entdeckt

Galt es bis vor kurzem noch, dass nur Exotik zum Reisen motiviert, ist nun eine neue Wertschätzung der heimischen Kultur und Landschaft zu merken.

Vor allem im deutschsprachigen Raum werden die spektakulären Aussichten von den Gipfeln der Alpen, die entspannenden Thermenregionen oder die strahlend blauen Seenlandschaften wieder beliebter, und der heimische Tourismus profitiert von heimischen Touristen oder Besuchern aus den Nachbarländern. Teilweise konnten dadurch die Ausfälle wettgemacht werden.

Wie sieht der neue Tourismus nun aus?

Hotels haben folgende Möglichkeiten, um diese Umgestaltung des Tourismus positiv zu nutzen:

  • Umschalten auf die neuen Zielgruppen. Anstatt beispielsweise Reisegruppen aus Fernost oder Geschäftsreisenden aus Nordamerika zu gefallen gilt es nun, attraktive Pakete und Leistungen für Reisende aus dem Inland sowie umliegenden Ländern zu präsentieren.
  • Die Vorzüge der Region und des Hotels für die neue Zielgruppe präsentieren. Zeigen Sie, dass man nicht 3.000 Kilometer weit fliegen muss, um eine Woche lang nichts zu tun. Man kann auch in der Heimat bestens entspannen, und hat weniger Reisestress und Umweltbelastung. Egal ob Entspannung oder Aktiv,- oder Abenteuerurlaub – alles ist auch lokal möglich.
  • Eng mit heimischen Tourismusverbänden zusammenarbeiten, um den Tourismus in der Region zu stärken und Gäste aus den umliegenden Regionen und Nachbarländern zu einem Besuch zu motivieren.
  • Dienstleistungen an die Ansprüche der neuen Zielgruppe anpassen. Österreichische Urlauber haben zuweilen andere Erwartungen als Reisende aus anderen Ländern oder Kontinenten. Dazu gehört eine höhere Nachfrage nach Digitalisierung und zeitgemäßen Services, und ein Einsatz für Regionalität und Umweltbewusstsein. Ein Beispiel ist die Bereitstellung einer digitalen Gästemappe oder eines digitalen Concierges, mit dem die Gäste ganz bequem sämtliche Leistungen des Hotels auf Ihrem Handy finden. Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, beraten wir Sie gerne persönlich. Unsere Angebote finden Sie hier.
  • Regionalität leben und vermarkten: Die Gäste möchten mittlerweile kein Menü mehr, bei dem jede einzelne Zutat aus einem anderen Land kommt.  Es wird wertgeschätzt, wenn die Zutaten von heimischen Bauernhöfen oder Firmen kommen, und man mit gutem Gewissen und vollem Vertrauen konsumieren kann.

Veränderung ist nur die Vorstufe zu einer neuen Routine

Es kristallisiert sich heraus, dass der Tourismus nicht stirbt, sondern sich verändert. Die Reiselust der Menschen wird immer bestehen, und wird nun in neue Wege kanalisiert. Jetzt zeigt sich, wer sich an die neuen Bedingungen am Besten anpasst und neue Wege beschreiten kann.

Wir möchten unsere Partnerbetriebe ebenfalls mit unseren Dienstleistungen unterstützen und bieten Digitalisierungsmöglichkeiten zu leistbaren Preisen, die jedem Betrieb ermöglichen, den Sprung in den neuen Urlaubsalltag zu schaffen.

Gerne stehen wir beratend zur Seite und freuen uns auf Ihre Nachricht!